Der große hoffnungsträger des finnischen Biathlons, derzeit im trainingslager in Bessans (Haute Maurienne), kann die situation, in der er sich seit monaten befindet, nicht länger verbergen.
Im vergangenen september soll Arttu Heikkinen bei einer vogeljagd seinen paten schwer verletzt haben, der nach einem schuss das augenlicht auf einem auge verlor.
Der vorfall blieb lange geheim, bevor er in dieser woche von finnischen medien aufgedeckt wurde.
Seit den enthüllungen reagierte Heikkinen umgehend auf seinem Instagram-Account.
„Das leben ist unvorhersehbar. Bei einer legalen jagd im vergangenen herbst wurde mein patenonkel bei einem schrecklichen unfall verletzt. Dieses jahr war für mich und meine angehörigen die hölle.“
Er erklärte, dass sein pate eigentlich in einem anderen gebiet hätte sein sollen, der wald extrem dicht gewesen sei und er keine möglichkeit gehabt habe, ihn zu sehen.
Der schuss sei aus einer entfernung von 30 bis 60 metern mit einer jagdflinte abgegeben worden.
Urteil in zwei wochen
Laut jagdexperten ist der schütze immer verantwortlich. Das bezirksgericht von Kainuu in Finnland befasst sich derzeit mit dem fall, das urteil wird in zwei wochen erwartet.
Wird Heikkinen wegen grober fahrlässigkeit schuldig gesprochen, droht ihm der entzug seiner waffenlizenz was seine Biathlonkarriere ernsthaft gefährden könnte.
„Ohne Lizenz keine waffe, und ohne waffe kein internationaler wettkampf“, erklärte Ville Kotikumpu, experte des finnischen Fernsehens.
Der finnische Biathlonverband und die IBU äußern sich bislang nicht und lassen Heikkinen weiterhin seine lizenz behalten, während er sein training fortsetzt.